Doku-
Mit der Wiederentdeckung des Jahrhundertgeigers
Gerhard Taschner startete MDG fulminant die Reihe
„Archive“. Nun folgt die unwiederbringliche Ersteinspielung
des Violinkonzertes von Wolfgang Fortner
sowie des Beethoven-Violinkonzertes mit dem Berliner
Philharmonischen Orchester unter Furtwängler und Solti.
Ein unbekanntes Klangdokument erster Qualität.
-ment
Taschner hatte ein unglaubliches Selbstvertrauen –
seine langjährige Tätigkeit als Konzertmeister der
Berliner Philharmoniker hatte seine mentale Kraft
gestärkt und ihn die Maßstäbe seines Handelns gelehrt.
Wie Zeitzeugen später berichteten, wusste er bei den
Proben zu Fortners Violinkonzert offenbar alles besser.
»Wissen Sie was«, sagte Furtwängler zu einem
entsetzten Orchestermusiker, »der hat das Konzert
besser studiert als ich.«
Spiel-
Die Antwort Furtwänglers bewies menschliche Größe
und war sachlich richtig, denn das Konzert war in enger
Zusammenarbeit zwischen Taschner und Fortner
entstanden. Taschner hatte viele Komponisten seiner
Zeit mit seinem stupenden Können verblüfft, und so
versäumte es der gestandene Fortner nicht, Taschner
während der Komposition laufend nach der Spielbarkeit
zu fragen – kein leichtes Unterfangen, denn Taschner
interessierte eher die Unspielbarkeit...
-stärke
Für Solti, der noch kurz vor seinem Tod bekannte, daß er
lange Jahre um sein Beethoven-Bild ringen mußte, ist
dies die früheste dokumentierte Aufführung des
Beethoven-Violinkonzerts. Als einzige nachweislich
erhaltene Aufnahme Taschners mit einem der großen
Violinkonzerte ist sie für Taschner-Verehrer von ganz
besonderem Wert.
Archiv-
Die Presse reagierte auf die MDG-Ausgrabungen mit
verblüffter Begeisterung: Solch ein deutscher Geiger hat
mal existiert?
-produktion
Unglaublich, „mit welcher technischen
Perfektion und Sicherheit er atemberaubende
Kabinettstückchen servieren konnte!“