Doppelspiel
Gleich zweimal wurde Johann Sebastian Bachs
Johannespassion uraufgeführt: Frisch in Leipzig hätte
Bach gerne die Thomaskirche bespielt, doch die stand
1724 nicht zur Verfügung, so dass eine dann
gründlich überarbeitete 2. Fassung erst im Folgejahr
am Wunschort stattfinden konnte. Genau 300 Jahre
später veröffentlicht MDG nun die hochgelobte
Einspielung dieser Aufführung unter der Leitung von
Peter Neumann in der Reihe „Preziosa“ erstmals als
SACD - im legendären dreidimensionalen 2+2+2-
Klang.
Höhenrausch
Wie sicherlich Bach auch, verwendet Neumann mit
seinem klangstarken Ensemble lieber die große Orgel
statt eines kleinen Positivs. Die historische Stumm-
Orgel steht oben auf der Empore der Abteikirche
Bendorf-Sayn, Sänger und Instrumentalisten
darunter. Die räumliche Anordnung - wie auch die
fantastische Akustik des Kirchenraums - ist in 3D mit
beeindruckender Natürlichkeit zu erleben.
Spitzentanz
Neumann kann wie immer mit Spitzenmusikern
aufwarten: Zum Kölner Kammerchor und dem
Collegium Cartusianum gesellen sich hochkarätige
Solisten, allen voran ein grandioserMarkus Brutscher
als Evangelist, sowie Ruth Holton, Bogna Bartosz,
Thomas Laske und Tom Sol, die ihre anspruchsvollen
Partien mit großer Eindringlichkeit gestalten.
Bühnenzauber
Markenzeichen der Preziosa-Veröffentlichungen:
Labelchef Werner Dabringhaus nimmt seine Hörer
mit hinter die Kulissen und berichtet Interessantes
und Amüsantes über den Aufnahmeprozess. So
bekommt man einen Eindruck davon, wie eine
hochwertige Aufnahme entsteht und versteht besser,
was die Aufnahmen von MDG seit über 40 Jahren so
unverwechselbar macht.
Rezensionen
"Dirigent Peter Neumann wählte die seltener aufgeführte Fassung von
1725, deren Texte seine ausgezeichneten Solisten und Choristen
ausdrucksstark darbieten. Das Orchester dringt tief in die
kontrapunktische Dichte vor. Eine Weitere Besonderheit ist die große
Kirchenorgel als Continuo-Instrument – eine Bereicherung." (AUDIO & Stereoplay)
"Mit der neuen Veröffentlichung in der Reihe Preziosa präsentiert das
Label MDG eine editorische und künstlerische Pionierleistung der
Johannes-Passion BWV 245 (2. Fassung 1725)... Eine Besonderheit der
Preziosa-Reihe ist der dokumentarische Mehrwert. Labelchef Werner
Dabringhaus gewährt im ausführlichen Booklet tiefe Einblicke in
Aufnahmebedingungen, musikalische Entscheidungen und technische
Herausforderungen – ein Ansatz, der dem Hörer hilft, die Vorzüge
Einspielung besser zu verstehen.
Im Vergleich zu anderen Produktionen, die die zweite Fassung lediglich
als Variante am Rande mitführen, repräsentiert Neumanns Aufnahme ein in
sich geschlossenes Gesamtbild. Sie macht aus der 1725er-Version eine
eigenständige künstlerische Aussage – nicht als bloßes Alternativmodell,
sondern als vollgültige Deutung von Bachs Passionsverständnis.
Insofern bietet die Einspielung bedeutenden Beitrag zur
Bach-Diskographie und -Rezeption. Eine Einspielung, die sowohl
Spezialisten als auch leidenschaftlichen Bach-Hörern neue Perspektiven
eröffnet.“ (Klassik.com)
"...besser und überzeugender, als seinerzeit Markus Brutscher den Part des Evangelisten gestaltete, kann man das nicht singen. Auch in den beiden 1725 neu eingefügten Tenor-Arien, die hier in all ihrer Dramatik erklingen, sind die Interpretationen Brutschers herausragend:... Das Collegium Cartusianum begleitet stets auf den Punkt, dem Kölner Kammerchor gelingen wunderbare Turba-Chöre, Peter Neumann findet stets die richtigen Tempi und aufgenommen ist das auch in Stereo ebenso räumlich wie durchsichtig. Ein klangliches Vergnügen und gleichzeitig eine Einladung zum emotionalen Miterleben der Passionsgeschichte." (Klassik Festival)
"Zwar ist die Aufnahme von 1999. Aber der Tenor Markus Brutscher ist
immer noch der ideale Evangelist. Ein perfekter Nachruf auf den in
diesem Jahr verstorbenen Peter Neumann.“ (FonoForum Empfehlung 2025
Clemens Hippel)
„MDG hat keine Mühen gescheut, um diese Neuauflage in einer großartigen SACD mit Surround-Sound zu überarbeiten. Das Geheimnis, so habe ich im Booklet gelesen, liegt darin, dass die Originalaufnahme nach dem 2x2x2-Aufnahmekonzept von MDG erstellt wurde, das von Werner Dabringhaus und Reimund Grimm entwickelt wurde, die seit ihrem Abschluss an der renommierten Hochschule für Musik in Detmold als Ingenieurteam zusammenarbeiten. In dieser dreidimensionalen Version kommt eine kirchenähnliche Resonanz hinzu, die das Gefühl verstärkt, sich in der „fantastischen Akustik der Abtei Bendorf-Sayn” zu befinden." (HRAudio.net)