Heimspiel
Kaum ein Komponist dürfte so verkannt worden sein wie der wunderliche Wiener Zeitgenosse Schönbergs. Joseph Matthias Hauer gewidmet ist die CD mit den Zwölftonspielen für Heimorchester – hier gespielt vom brillanten Ensemble Avantgarde.
Schreibkraft
„Die Hühner jagen über den Hof, ich klopfe an der Tür. Vor mir steht barfuß ein alter chinesischer Weiser. Es ist Matthias Hauer“, so beschreibt der Musikhistoriker Stuckenschmidt sein erstes Zusammentreffen mit dem sagenumwobenen Komponisten. Hauer gibt dem jungen Gelehrten noch einige seiner Manuskripte mit: „Wenn Sie es gelesen haben, werfen Sie’s halt weg. Ich schreib jeden Tag was Neues...“
Drucksache
Ganz gleichgültig war es Hauer jedoch nicht, was mit seinen Werken geschah. Der Zwist mit dem ungleich populäreren Arnold Schönberg kulminierte in dem Stempel, den Hauer ab 1937 unter alle seine Werke setzte: „Der geistige Urheber und immer noch einzige Kenner der Zwölftonmusik“.
Wegweiser
"Endlich wieder mit Gefühl" – könnte man die bahnbrechenden Interpretationen der Leipziger Musiker überschreiben, mit der sie in den letzten
Jahren den Werken der Zweiten Wiener Schule zu neuer Popularität verhalfen. Technische Perfektion und Gefühl kennzeichnet auch die Einspielungen des Ensemble Avantgarde unter der künstlerischen Leitung von Steffen Schleiermacher – das sind im einzelnen das Leipziger Streichquartett, Ralf Mielke (Flöten), Matthias Kreher (Klarinetten), Josef Christof und Steffen Schleiermacher (Klavier).