Mikrofontypen

1. Druckempfänger
Die „einfachste“ Methode den Schalldruck in elektrische Signale umzuwandeln ist ein Druckempfänger: Das Mikrofon nimmt mit der Membran, die nur mit der Vorderseite dem Schallfeld ausgesetzt ist, alle im Schallfeld befindlichen Druckschwankungen auf, gleichgültig aus welcher Richtung sie kommen. Das Mikrofon hat keine bevorzugte Richtwirkung und wird mit „Kugelcharakteristik“ oder einfach „Kugel“ bezeichnet. Bauform: Kugelmikrofone haben in der Regel nur einen vorderseitigen Schalleintritt.

Polardiagramm eines Druckempfängers:
Kugelcharakteristik

2. Druckgradientenepfänger
Wenn ein Mikrofon so konstruiert ist, daß der Schall sowohl von vorne, aber auch von hinten an die Membran gelangt, so erfolgt bei seitlich eintreffendem Schall keine Auslenkung der Membran. Das Mikrofon hat jetzt eine „acht-förmige Richtcharakteristik“ und wird kurz „Acht“ genannt.
Bauform: Diese Mikrofone haben prinzipbedingt eine senkrecht zur Hauptachse verlaufenden seitlichen Schalleintritt, symmetrisch nach vorne und hinten.

Polardiagramm eines Druckgradientenempfängers:
Achtercharakteristik

3. Cardioidempfänger
Aus der konstruktiven Kombination (der Addition) einer Kugel- mit einer Achtercharakteristik läßt sich ein Mikrofon mit nur einem bevorzugten Haupteinfallwinkel entwickeln: Die Richtwirkung hat „Nierencharakteristik“ und wird kurz „Niere“ genannt.
Bauform: Diese Mikrofone haben hinter der Mikrofonkapsel eine weitere Schallöffnung.

Polardiagramm eines Cardioidempfängers:
Nierencharakteristik

4. Sonderformen:
Die Hypercardiodide und die Supercardiodide haben jeweils noch stärkere Richtwirkung in die Haupteinfallrichtung, werden aber nur selten bei der Musikproduktion eingesetzt. Bauform: eine stark verlängerte Kapselkonstruktion mit vielen seitlichen Schalleintrittsöffnungen. Häufiger anzufinden ist hingegen heute die sogenannte „breite Niere“, die sich optisch nicht von einer Niere unterscheidet.

5. PZM
Das „Pessure Zone Microfone“ (PZM genannt) ist eine Sonderform der Kugel und nutzt ein akustisches Phänomen, daß an reflektierenden Begrenzungen des Schallfeldes für alle Frequenzen gleichmäßig ein Druckmaximum besteht. Ein in die Begrenzungsfläche integrierter Druckempfänger verhält sich wie eine „Halbkugel“. Bauform: Meist eine Platte mit eingearbeiteter Mikrofonkapsel, die, auf den Boden gelegt, oder an der Wand befestigt, interessante Klangergebnisse zeigen kann.

[Der Weg zur Klassik CD]